

Akupunktur wird in Fertilitätskliniken und Online-Foren immer häufiger diskutiert. Manche Patientinnen ziehen sie in Betracht, während sie versuchen, auf natürlichem Wege schwanger zu werden. Andere nutzen sie während der IVF, rund um den Embryotransfer oder sogar während der Eizellentnahme. Die Behauptungen sind bekannt: verbesserte Durchblutung, hormonelles Gleichgewicht, höhere Schwangerschaftsraten.
Das Problem ist nicht die Beliebtheit der Akupunktur in der Fertilitätsmedizin. Es ist die Kluft zwischen biologischer Plausibilität und nachgewiesenen klinischen Ergebnissen. Viele der vorgeschlagenen Wirkmechanismen klingen überzeugend, aber in der Fertilitätsmedizin misst man den Erfolg letztendlich an den Lebendgeburtenrate, nicht an vorübergehenden physiologischen Veränderungen.
Kurze Antwort: Die Forschung zu Akupunktur und Fertilität liefert nur begrenzte und uneinheitliche Belege für verbesserte Lebendgeburtenrate. Zwar kann Akupunktur in der Behandlung der Fertilität Stress reduzieren und möglicherweise bestimmte physiologische Marker beeinflussen, doch zeigen hochwertige Studien nicht durchgängig erhöhte Schwangerschafts- oder IVF-Erfolgsraten. Sie sollte daher eher als ergänzende Therapie denn als Primärbehandlung betrachtet werden.
Der Lebensstil beeinflusst die Fruchtbarkeit. Eine Studie in BMC Public Health zeigte, dass Frauen mit 4–5 gesunden Gewohnheiten ein um 59 % geringeres Risiko für Unfruchtbarkeit hatten.
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Bevor man sich die Daten ansieht, ist es wichtig, zwischen drei Evidenzstufen zu unterscheiden:
In der Reproduktionsmedizin bleibt die Lebendgeburtenrate der aussagekräftigste Endpunkt. Verbesserungen der Durchblutung der Gebärmutter oder Stressreduktion sind klinisch nicht entscheidend, solange sie nicht zu höheren Lebendgeburtenrate führen.
Diese Unterscheidung ist entscheidend, wenn es darum geht, Behauptungen zu Akupunktur und Fertilität zu bewerten.
Akupunktur wurde bei Frauen mit Ovulationsstörungen untersucht, insbesondere bei denen mit polyzystischem Ovarialsyndrom.
Einige kleinere Studien deuten darauf hin, dass Akupunktur möglicherweise:
Es bestehen jedoch weiterhin erhebliche Einschränkungen:
Systematische Übersichtsarbeiten kommen zu dem Schluss, dass Akupunktur den Eisprung in bestimmten Fällen leicht verbessern kann, die Evidenz reicht jedoch nicht aus, um sie als Erstlinientherapie zu empfehlen. Evidenzbasierte Behandlungen wie Letrozol, Lebensstilinterventionen und Stoffwechselmanagement bleiben der Standard.
Frauen, die nach umfassenderen Behandlungsstrategien für Ovulationsstörungen suchen, könnten mehr von strukturierten Ansätzen profitieren, wie beispielsweise wie man die Fertilität bei PCOS verbessert, der sich auf metabolische und endokrine Faktoren konzentriert, anstatt allein auf komplementäre Maßnahmen.
Diese Inhalte dienen ausschließlich Bildungszwecken. Sie wurden auf wissenschaftliche Richtigkeit geprüft, stellen aber keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung dar. Wende dich bei medizinischen Fragen oder Entscheidungen zur Kinderwunschbehandlung immer an qualifiziertes Fachpersonal.
Auf wissenschaftliche Richtigkeit geprüft von: Dr. Mona Bungum
Zuletzt geprüft: September 2026
Der Lebensstil beeinflusst die Fruchtbarkeit. Eine Studie in BMC Public Health zeigte, dass Frauen mit 4–5 gesunden Gewohnheiten ein um 59 % geringeres Risiko für Unfruchtbarkeit hatten.
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Doppler-Ultraschalluntersuchungen haben nach Akupunktursitzungen einen verringerten Widerstand in den Gebärmutterarterien festgestellt. Dies hat zu der Hypothese geführt, dass eine verbesserte Durchblutung die Implantation fördern könnte.
Allerdings:
Die biologische Plausibilität ist gegeben. Der klinische Nachweis ist jedoch nach wie vor schwach.
Das Interesse an Akupunktur und IVF-Erfolgsraten wuchs, nachdem eine Studie aus dem Jahr 2002 auf höhere Schwangerschaftsraten hindeutete, wenn Akupunktur vor und nach dem Embryotransfer durchgeführt wurde.
Nachfolgende Untersuchungen lieferten gemischte Ergebnisse.
Große Metaanalysen und Cochrane-Reviews berichten:
Einige Studien zeigen bescheidene Vorteile. Andere zeigen keinen Unterschied im Vergleich zur Scheinakupunktur. Wenn qualitativ hochwertigere, gut kontrollierte Studien analysiert werden, erscheint der Gesamteffekt gering oder fehlt gänzlich.
Große Fachgesellschaften für Reproduktionsmedizin empfehlen Akupunktur derzeit nicht als Standard-Begleitmaßnahme zur Verbesserung der IVF-Ergebnisse.
Ein Verständnis des IVF-Prozesses hilft dabei, einzuordnen, wo ergänzende Therapien theoretisch wirken könnten und wo die Evidenz noch begrenzt ist.
Ein Bereich, in dem die Evidenz konsistenter ist, ist die Stressreduktion.
Akupunktur im Bereich der Fertilität kann:
Stressreduktion verbessert das Patientenerlebnis. Es ist jedoch nicht eindeutig nachgewiesen, dass Stressreduktion die Lebendgeburtenrate signifikant erhöht.
Emotionaler Nutzen und biologische Wirksamkeit sind nicht gleichzusetzen.
Die Forschung zu Akupunktur und männlicher Fertilität ist noch eher begrenzt.
Einige kleinere Studien berichten von möglichen Verbesserungen bei:
Allerdings:
Derzeit gibt es nicht genügend hochwertige Belege, um zu schließen, dass Akupunktur die Ergebnisse bei der männlichen Fertilität sinnvoll verbessert.
Männer, die sich Sorgen um ihre Spermienparameter machen, profitieren möglicherweise mehr davon, die Ursachen der Infertilität zu verstehen, da hier metabolische, hormonelle und strukturelle Faktoren identifiziert werden, die klarere Behandlungswege ermöglichen.
Die Eizellentnahme wird in der Regel unter intravenöser Sedierung oder kurzwirksamer Anästhesie durchgeführt.
Einige Kliniken haben Akupunktur bei der Eizellentnahme in folgenden Bereichen untersucht:
Elektroakupunktur könnte Folgendes stimulieren:
Kleine Studien deuten darauf hin, dass Akupunktur möglicherweise:
Allerdings:
Akupunktur kann als ergänzende Maßnahme zum Wohlbefinden dienen. Sie ist kein Ersatz für etablierte medizinische Sedierungsprotokolle.
Wenn sie von qualifizierten Fachkräften durchgeführt wird, ist Akupunktur im Allgemeinen sicher.
Mögliche geringfügige Risiken sind:
Wichtige Überlegungen:
Beispielsweise erfordern Erkrankungen wie Eileiterverschluss, schwere Infertilität aufgrund männlicher Faktoren oder eine fortgeschrittene verminderte ovarielle Reserve eher medizinische Maßnahmen als eine komplementäre Therapie.
Wichtige Fachverbände der Reproduktionsmedizin, darunter ESHRE und ASRM, empfehlen Akupunktur nicht als primäre Behandlung für die Fertilität.
Der aktuelle Konsens lautet:
Akupunktur in der Behandlung der Fertilität bleibt optional, ist aber nicht unverzichtbar.
Trotz gemischter wissenschaftlicher Erkenntnisse werden Akupunktur und Fertilität in der öffentlichen Diskussion weiterhin eng miteinander in Verbindung gebracht.
Gründe dafür sind unter anderem:
Auf emotional anspruchsvollen Wegen zur Fertilität sind das Gefühl von Kontrolle und strukturierte Unterstützung von großem Wert.
Allerdings sollte dieser ergänzende Komfort nicht mit klinischer Wirksamkeit verwechselt werden.
Akupunktur und Fertilität werden oft zusammen diskutiert, insbesondere im Zusammenhang mit IVF und natürlicher Empfängnis. Im Folgenden findest du evidenzbasierte Antworten auf häufige Fragen dazu, ob Akupunktur in der Behandlung der Fertilität die Ergebnisse tatsächlich verbessert oder in erster Linie unterstützende Vorteile bietet.
Es gibt Hinweise darauf, dass Akupunktur Stress reduzieren und bestimmte physiologische Marker beeinflussen kann, doch hochwertige Studien belegen nicht durchgängig verbesserte Lebendgeburtenrate. Auch wenn Akupunktur und Fertilität in der klinischen Praxis häufig miteinander in Verbindung gebracht werden, sollte sie eher als ergänzende Maßnahme denn als primäre Behandlung für die Fertilität betrachtet werden.
Es gibt keinen allgemein nachgewiesenen optimalen Zeitpunkt. Manche Therapeuten empfehlen Sitzungen während der Follikelphase, um den Eisprung herum oder vor und nach dem Embryotransfer bei einer IVF. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse zeigen jedoch nicht eindeutig, dass die Abstimmung der Akupunktur auf eine bestimmte Zyklusphase die Schwangerschaftsergebnisse signifikant verbessert.
Es gibt keine standardisierte Anzahl, die durch stichhaltige klinische Belege gestützt wird. Manche Protokolle empfehlen wöchentliche Sitzungen über mehrere Wochen oder Monate hinweg. In Forschungsstudien variiert die Behandlungshäufigkeit stark, was es schwierig macht, eine evidenzbasierte „Dosis“ zu definieren.
Es gibt keinen verlässlichen Zeitrahmen, der Akupunktur direkt mit der Empfängnis in Verbindung bringt. Der Zeitpunkt einer Schwangerschaft hängt vom Eisprung, der Eizellqualität und den Spermien sowie von zugrunde liegenden Faktoren der Fertilität ab. Es gibt vereinzelte Erfahrungsberichte, aber kontrollierte Studien belegen keinen vorhersehbaren Zeitrahmen.
Es gibt keine strengen medizinischen Einschränkungen nach der Akupunktur, aber Therapeuten raten oft dazu, unmittelbar danach intensive körperliche Anstrengung oder starken Stress zu vermeiden. Diese Empfehlungen dienen eher der Vorsicht als der evidenzbasierten Steigerung der Fertilität.
Akupunktur im Rahmen der Behandlung der Fertilität kann zur Entspannung und zur Stressreduktion beitragen. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse zeigen jedoch nicht durchgängig erhöhte Lebendgeburtenrate. Bei strukturellen oder hormonellen Ursachen für Infertilität bleibt eine medizinische Behandlung unerlässlich.
Es gibt nur begrenzte Belege dafür, dass Akupunktur den Zeitpunkt des Eisprungs bei Frauen mit regelmäßigen Zyklen signifikant verschiebt. Bei bestimmten PCOS-Patientinnen deuten kleine Studien auf mögliche Auswirkungen auf die Häufigkeit des Eisprungs hin, jedoch nicht unbedingt auf einen früheren Eisprung.
In der traditionellen chinesischen Medizin gelten bestimmte Punkte während der Schwangerschaft als kontraindiziert, da sie theoretisch Gebärmutterkontraktionen anregen könnten. Dazu gehören LI4, SP6, BL60, BL67 und GB21. Wissenschaftliche Belege für ihre Wirkung in der Frühschwangerschaft sind nach wie vor begrenzt, doch Behandler meiden sie in der Regel vorsichtshalber.
Zu den allgemeinen Grundsätzen gehören eine individuell abgestimmte Behandlung, sterile Technik, die korrekte anatomische Platzierung der Nadeln und gegebenenfalls die Integration in die schulmedizinische Versorgung. Im Bereich der Fertilität sollte Akupunktur keine evidenzbasierte Diagnose oder Behandlung ersetzen. Warum darf man sich während der Schwangerschaft nicht akupunktieren lassen?
Akupunktur ist in der Schwangerschaft nicht grundsätzlich kontraindiziert. Tatsächlich wird sie manchmal bei Übelkeit oder Rückenschmerzen eingesetzt. Bestimmte Punkte werden jedoch gemieden, um das theoretische Risiko einer Gebärmutterstimulation zu verringern. Akupunkturprotokolle zur Förderung der Fertilität können sich von schwangerschaftssicheren Protokollen unterscheiden.
Aus biomedizinischer Sicht gibt es keinen einzigen „wirksamsten“ Akupunkturpunkt. Die Wirksamkeit hängt von der Erkrankung, der Behandlungsstrategie und der Technik des Behandlers ab. Im Zusammenhang mit der Fertilität werden häufig Punkte genutzt, die mit der Durchblutung des Beckens und der Stressregulierung in Verbindung stehen.
Akupunktur sollte nicht an Haut mit Infektionen, offenen Wunden oder Bereichen mit eingeschränkter Durchblutung durchgeführt werden. In bestimmten anatomischen Regionen sollte sie ohne entsprechende medizinische Ausbildung ebenfalls vermieden werden. Bei Patienten mit Problemen im Bereich der Fertilität ist die Abstimmung mit der medizinischen Versorgung wichtig.
Leichte Beschwerden können auf die Stimulation des lokalen Gewebes oder der Nervenenden durch die Nadel hindeuten. Nach traditionellen Vorstellungen interpretieren Behandler diese Empfindung manchmal als „Qi-Aktivierung“. Aus biomedizinischer Sicht spiegeln die Beschwerden einfach eine lokale physiologische Reaktion wider.
Aktuelle Erkenntnisse zeigen keine konsistente Verbesserung der Lebendgeburtenrate, wenn Akupunktur zur Behandlung der Fertilität hinzugefügt wird. Während einige Patienten von einem subjektiven Nutzen berichten, stützen hochwertige Studien keine eindeutigen Behauptungen über einen erhöhten Schwangerschaftserfolg.
Aktuelle Erkenntnisse deuten darauf hin:
Akupunktur kann als ergänzende, unterstützende Therapie betrachtet werden. Sie sollte die evidenzbasierte Medizin zur Förderung der Fertilität nicht ersetzen.
In der Reproduktionsmedizin zählen messbare Ergebnisse. Emotionale Unterstützung ist ebenfalls wichtig. Beides ist nicht dasselbe, kann aber im Rahmen eines medizinisch fundierten Behandlungsplans nebeneinander bestehen.
Quellen: